Wiener Dachlandschaft

Auf den Dächern von Wien gibt es tausende Quadratmeter ungenutzter Flächen. Diese verfügen über die Gunst der vorhandenen städtischen und technischen Infrastruktur und den Reiz der besonderen Lage. Filmer haben das schon lange erkannt und bespielen Dachflächen in Fantasy-, Abenteuer-, Werbefilmen immer wieder. In der Stadtgestaltung spielt diese Zone unverständlicher Weise eine untergeordnete Rolle. Die Flächenwidmungsplanung verhindert geradezu Ausbauten durch die Festlegung von Gebäudehöhen, welche niedriger als die Bestandshäuser angesetzt sind. Oft wird gefordert, Dachgeschoße so zu planen, dass sie von der Strasse nicht gesehen werden können. Man fragt sich nach der Sinnhaftigkeit dieser Anforderung.

Die Stadt weist in einer Höhe von ca. 15 – 20 Metern eine Zone mit hohem Entwicklungspotential für vielfältige architektonische Gestaltungsmöglichkeiten auf. Der Ort der Handlung ist die gesamte Dachlandschaft mit seiner eigenständigen Topographie und Dynamik und nicht das einzelne Gebäude. Neue Räume können sich ausdehnen, ihre Fundamente sind die Dächer der Häuser. Darüber ist nur mehr der Himmel.

Licht, Sonne und freier Blick sind wesentliche Planungskriterien. Über den Kanten der bestehenden Gebäude entsteht der Zusammenhang mit dem darunter liegende Stadtraum. Der dreidimensionale Stadtraum bekommt einen neuen oberen Abschluss.