Büro, Büroumbau, Albertgasse, Wien 8, Büro für Architektur, Architekt DI Lutter ZT GmbH, Österreich

Büro, Büroumbau, Albertgasse, Wien 8, Büro für Architektur, Architekt DI Lutter ZT GmbH, ÖsterreichBüro, Büroumbau, Albertgasse, Wien 8, Büro für Architektur, Architekt DI Lutter ZT GmbH, ÖsterreichBüro, Büroumbau, Albertgasse, Wien 8, Büro für Architektur, Architekt DI Lutter ZT GmbH, ÖsterreichBüro, Büroumbau, Albertgasse, Wien 8, Büro für Architektur, Architekt DI Lutter ZT GmbH, ÖsterreichBüro, Büroumbau, Albertgasse, Wien 8, Büro für Architektur, Architekt DI Lutter ZT GmbH, ÖsterreichBüro, Büroumbau, Albertgasse, Wien 8, Büro für Architektur, Architekt DI Lutter ZT GmbH, ÖsterreichBüro, Büroumbau, Albertgasse, Wien 8, Büro für Architektur, Architekt DI Lutter ZT GmbH, ÖsterreichBüro, Büroumbau, Albertgasse, Wien 8, Büro für Architektur, Architekt DI Lutter ZT GmbH, Österreich

Planung Architekt DI Heinz Lutter
Projektleitung DI (FH) Florian Rödl
Mitarbeit DI Thomas Beutl, Mag.arch. Rainer Mitterer,
DI (FH) Tanja Marben, Admir Memisoski
Lichtplanung Christian Ploderer
Auftraggeber Conwert Immobilien Invest AG
Nutzfläche 1500m² Bürofläche
Status Realisierung 2005
Fotografie Margherita Spiluttini, Anna Blau

Büroumbau – Albertgasse, Wien 8
Die Adaptierung der bestehenden Räumlichkeiten zu einem modernen Büro für Conwert Immobilien

Das Haus Albertgasse 35 im 8. Bezirk wurde 1905 von Architekt Rudolf Dick erbaut, der auch für die Planung einiger Wiener Palais verantwortlich war. Er bevorzugte modernisierte italienische Renaissance- und Barockformen und war besonders in den letzten Jahren seines Schaffens stark von Otto Wagner beeinflusst.

Das Gebäude einst im Geiste der Monarchie und Unternehmerverbände errichtet, ist bis heute von einer wechselhaften Geschichte geprägt. Bis 1927 stand es im Eigentum der Wiener Bezirkskrankenkasse, bevor der „Zentralverband der Lebens- und Genussmittelarbeiter“ bis 1934 in die Räumlichkeiten einzog. Bei der Eröffnungsrede bezeichnete Otto Bauer das Haus plakativ als „Gewerkschaftspalast“, ganz im Gegensatz zur Ideologie der Erbauer. Mit dem Verbot der Gewerkschaft erfolgte die Übernahme durch den staatlich gelenkten Gewerkschaftsbund bis das Haus 1938 schließlich von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurde. Die Deutsche Arbeiterfront übergab es an die Hitlerjugend, die im Keller Gefängnisse für Kinder und Jugendliche installierte, die aus „politischen Gründen“ gefangen gehalten wurden. Im Jahr 1945 übernahm der Österreichische Gewerkschaftsbund, ÖGB, das herrschaftliche Gebäude, der es aber nach kurzer Zeit an die Gewerkschaft Agrar-Nahrung-Genuss (ANG) abtrat.Seit 2004 nunmehr befindet es sich im Besitz eines privaten Immobilieninvestors. Die Räumlichkeiten, Büros und Sitzungszimmer, deren Atmosphäre und Interieur vorwiegend von schwerer, dunkler Eiche und prestigeträchtigem Marmor dominiert waren, sind rund um ein zweigeschossiges Vestibül angeordnet. Für die Adaptierung als modernes Büro galt es am Schnittpunkt von Vergangenheit und Zukunft der Geschichte dieses Hauses Rechnung zu tragen. Im Prozess der Transformation von Funktion und Material sollte ein Nebeneinander von Bestehendem und Neuem ermöglicht werden. In der Auseinandersetzung mit den schweren opaken Materialien, Eiche und Marmor, wurde nach einer Möglichkeit gesucht, die herrschaftliche Symbolik dieser Baustoffe zeitgemäß zu interpretieren. Als Gegenpol zur monumentalen Ästhetik des Marmors wurde das vielseitige Material Panelite (www.panelite.us) integriert, ein transluzentes Kunststoffpaneel mit Aluminiumwaben, welches leicht und durchscheinend ist und abhängig von der Art der Beleuchtung unterschiedliche Effekte aufweist.

So wie Marmor einst als Verkleidung, Schmuck oder Möbel verwendet wurde, ist nun Panelite für Verkleidungen, Türelemente, Leuchtkörper und Möbel eingesetzt worden. Teils beleuchtet, teils hinterflutet oder schlicht von Tageslicht erhellt, nimmt es den Räumen die ursprüngliche Schwere und Dunkelheit.

Für Boden und Büroschränke wurde Eichenholz gewählt. Dadurch verschmilzt die Textur bzw. Maserung des Holzbodens optisch mit der Oberfläche der Kästen und es entsteht ein Band, das vom Boden über die Schränke zu fließen scheint. Durch die Anordnung von freistehenden Kästen in unterschiedlichen Höhen werden diese zu Objekten. Die farbliche Kontrastierung von aus Eiche gefertigten freistehenden Kästen und weißen, von der Decke herabhängenden erzeugt eine räumliche Plastizität. Glaspaneele schließen die Flächen zwischen Wänden und Schränken. Die transformierten Räumlichkeiten fungieren nun als moderne Unternehmenszentrale, die durch die Kombination von Transparenz und Materialität eine Einheit mit der historischen Substanz des Gebäudes bilden.

Pressemeldung
Der Standard - Immobilienstandard
16./17. September 2006

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