H.O.M.E.
Februar/März 2010


ALTBAU IN NEUER HÜLLE
TEXT ASTRID HÖRETZEDER


Dachoase. Die Mansardenerneuerung des Architekten Heinz Lutter in der Wiener Mariahilfer Straße zeigt, wie ein sensibler Umgang mit historischen Strukturen eine perfekte Symbiose zwischen Alt und Neu schaffen kann.

Ganz zentral und doch fern. Hoch über den Dächern der Wiener Innenstadt, uneinsehbar vom Trubel der Einkaufsstraße, erschließt sich die dynamisch geformte Dachlandschaft des Wiener Architekten Heinz Lutter, mit herrlichem Weitblick über die Berge südlich von Wien. Von außen ist der geschützte Dachbereich einzig durch ein Netz aus Metallgewebe erahnbar, das immer wieder Durchblicke freigibt und zudem als Terrassengeländer und Sonnenschutz für die darunterliegenden zurückversetzten Wohneinheiten dient. Die architektonische Form des Metallschildes zeichnet die Konturen des ehemals zweigeschoßen Mansardendaches nach, dessen oberer Teil durch den neuen Baukörper in Leichtbauweise ersetzt wurde.

Wohnen dem Himmel entgegen. Die obere Mansarde bewegt sich spiralförmig entlang eines verglasten Lichthofes förmlich bis in den Himmel hinauf. Von diesem Atrium aus werden rampenartig die Wohnräume auf verschiedenen Niveaus erschlossen. Großzügige Verglasungen ermöglichen so ein maximales Stadterlebnis aus verschiedensten Blickwinkeln und Perspektiven. Die Wohnung mündet in eine riesige Dachlandschaft, die teils als Terrassenbereich aus Holz, teils begrünt nutzbar einen geschützten Rückzugsort inmitten des städtischen Treibens bietet.